Tipps & Tricks – Teil 1

Wie lange sollten die Belichtungszeiten sein?

Dies hängt vor allem davon ab, welches Objekt fotografiert werden soll. Während für den Mond noch allgemeine Faustregeln für die Belichtungsdauer angegeben werden kann, ist dies für andere Objekte nicht der Fall. Während bei der Fotografie von Doppelsternen einige Sekunden vollkommen ausreichend sind, können lichtschwache Galaxien mehrere Stunden benötigen. Letztlich ist dies auch eine Frage der Detailliertheit und des Geschmacks des Fotografen.

Analoge Deep Sky-Fotografie

Die digitale Fotografie verdrängt auch im Rahmen der Astrofotografie die analoge Fotografie. Dennoch hat auch die Analogfotografie einige Vorteile. Vor allem lassen sich Bilder durch die Wahl des richtigen Filmes optimieren. Jeder Hersteller ist für unterschiedliche Farbpalletten bekannt und dementsprechend eignen sich beispielsweise die farbneutral bis grünbetonten Fuji-Filme für planetarische Nebel, während Kodak durch die betont waren Farben bei nebulösen Objekten punktet. Der Astrofotograf hat hier also mehr Möglichkeiten, auch wenn er sie natürlich nur mit ausreichend Erfahrung und Wissen voll ausnutzen kann. Wer digitale Fotografie nutzt, kann allerdings Filtergläser einsetzen, die dann die Empfindlichkeiten in den entsprechenden Spektralbereichen steigern. Ohnehin werden die Farben hier sichtbarer herausgearbeitet.

Ein weiterer Vorteil der Analogfotografie ist das häufig größere Format. Während beispielsweise ausgedehnte Nebel mit digitalen Spielreflexkameras (DSLR) bei hoher Auflösung nicht möglich ist, gelingt dies mit Analogfotografie deutlich preiswerter und mit weniger Arbeitsaufwand.

Sind CCD-Kameras oder digitale Spiegelreflexkameras besser für Astrofotografie geeignet?

Im Rahmen der digitalen Deep Sky Fotografie kommen vor allem die CCD-Technik und DSLRs zum Einsatz. Gerade den CCD-Kameras wird eine Revolution in der Astrofotografie zugeschrieben. Sie haben eine deutlich höhere Empfindlichkeit als analoge Filme. Unter gleichen Bedingungen können sie also bei langen Belichtungszeiten deutlich schwächere Objekte erfassen, als dies beim Film der Fall ist. Zudem werden Objekte detailreicher abgebildet und die räumliche Auflösung ist höher. Allerdings arbeiten sie hauptsächlich im Schwarz-Weiss –Modus, sodass Farbbilder nur durch die Überlagerung durch Farbfilter entstehen können. Dafür darf bei der Nachführung keine Ungenauigkeit entstehen und die Filter werden über ein Filterrad gewechselt. Auch die exakte Fokussierung ist für Anfänger schwierig. Sie kann nicht direkt visuell erfolgen, sondern das Bild muss schrittweise und Bild für Bild fokussiert werden. Das sorgt dafür, dass CCD-Kameras Anfänger vor besondere Herausforderungen stellen. Ein Vorteil ist allerdings, dass der Sensor gekühlt wird und so das thermische Rauschen verringert wird.

Bei DSLR ist das thermische Rauschen ein weitaus größeres Problem, sodass diese gerade bei Langzeitbelichtungen etwas schlechter abschneiden. Vorteilhaft ist allerdings, dass DSLR Farbfotos liefern. Zudem ist die Schärfe und Auflösung im Vergleich zum Analogfilm deutlich erhöht. Außerdem kann die Fokussierung direkt visuell verfolgt werden. Ebenfalls problematisch können die Hotpixel des Sensors sein, allerdings lassen sich diese nachträglich leicht identifizieren und eliminieren.

Beide Systeme haben den Vorteil, dass die Bilder sofort verfügbar sind. Außerdem tritt bei sehr kurzen oder sehr langen Belichtungszeiten nicht wie beim analogen Film der Schwarzschild-Effekt auf, der einen Farbstich und Empfindlichkeitsverlust mit sich führt.

Lange Digitalbelichtungen

Während CCD-Kameras aufgrund der Kühlung des Sensors keinerlei Probleme mit Langzeitbelichtungen haben, stellen digitale Kameras den Fotografen häufig vor besondere Herausforderungen. Bei hohen ISO-Empfindlichkeiten zweigen sie bei langer Belichtungsdauer ein thermisches Rauschen. Das Rauschen verringert sich mit herabgesetzter ISO-Empfindlichkeit, allerdings steigt so die Belichtungszeit deutlich an. Mehrere Fotos mit kurzen Belichtungszeiten lassen sich jede mit einem Bildverarbeitungsprogramm aufaddieren, sodass eine rauschfreie Einzelaufnahme entsteht. Eine exakte Nachführung oder leistungsfähige Software sind allerdings die Voraussetzung.