Tipps & Tricks – Teil 2

Nebelfilter ermöglichen es, nebulöse Objekte oder bestimmte Details von Objekten kontrastreicher und deutlicher darzustellen. Sie lassen nur einen sehr kleinen Bereich des Spektrums passieren, sodass Objekte deutlicher sichtbar werden.

Es gibt dabei zahlreiche Interferenzfilter. Im Rahmen der Astrofotografie sind vor allem HII-Filter und OIII-Filter bekannt. Während HII-Filter nur das Licht des angerechten Wasserstoffs passieren lässt, sodass er sich vor allem für das Ablichten von Emissionsnebeln eignet, ist der OIII-Filter für die Fotografie von planetarischen Nebeln hervorragend geeignet, da dieser das grüne Licht des Sauerstoffs passieren lässt.

Die Aufnahmen sind bei Nutzung eines Filters detail- und kontrastreicher, allerdings werden auch Falschfarben erzeugt. Ein großer Vorteil ist jedoch die Absorption der künstlichen Lichtquellen. Sternhaufen oder Galaxien werden jedoch ebenfalls abgeschwächt, sodass Aufnahmen mit Filtern weniger Sterne als ohne Filter zeigen. Der Breitbandfilter wurde für die Deep-Sky-Fotografie aus der Stadt entwickelt und blockieren die Hauptverursacher der künstlichen Lichtquellen, während er Licht von Sternhaufen, Nebel und Galaxien passieren lässt.

Werden verschiedene Aufnahmen eines Objektes mit verschiedenen Interferenzfiltern erzeugt und mit einer Bildverarbeitungssoftware zusammengesetzt, ist das Foto hinsichtlich Kontrast und Auflösung gegenüber einem Foto ohne Filter deutlich im Vorteil.

Ruhende Kamera bei der Deep Sky-Fotografie

Aus Faustregel gilt, dass alle Objekte, die mit bloßem Auge sichtbar sind, unter Verwendung eines Normal- oder Weitwinkelobjektivs auch mit ruhender Kamera zumindest als verschwommene Lichtpunkte fotografiert werden können. Eine ISO-Empfindlichkeit zwischen 400 bis 800 gilt für die Fotografie mit ruhender Kamera als sinnvoll.

Um noch schwächere Objekte fotografieren zu können, sind lichtstarke Objektive und hohe ISO-Empfindlichkeiten erforderlich. Dann lassen sich auch die Milchstraße mit Dunkelfolgen, Nebel, Galaxien, Kugelsternhafen und die Farbe der Sterne erkennen.

Um mit einer ruhenden Kamera gute Bilder zu erzielen, sollten diese auf einem stabilen Stativ montiert und das Objektiv auf unendlich fokussiert werden. Es wird mithilfe eines Kabel- oder Selbstauslösers ausgelöst. Wie auf unendlich fokussiert wird, hängt auch von der Art der Kamera ab.

Nachführung bei der Astrofotografie

Die Nachführung ermöglicht im Rahmen der Deep Sky-Fotografie wesentlich spektakulärere Aufnahmen. Sterne werden heller und schwächere Objekte überhaut erfassbar. Die Fotografien werden farbenreicher, brillanter und strukturierter. Sie ist zudem ab einer Brennweiter von 100 Millimetern erforderlich, um überhaupt gute Ergebnisse zu erzielen.

Eine der Nachführungstechniken, die sich auch für Einsteiger eignet, ist die Piggyback-Fotografie, die typischerweise für Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektive mit mittlerer Brennweite genutzt wird. Bei ihr wird die Kamera mit angesetztem Objektiv an das Teleskop (alternativ: Gegengewichtsstange) montiert. Die Aufnahmeoptik, die parallel zum Hauptrohr orientiert ist, wird dann entweder per Fadenkreuzokular oder Autoguider nachgeführt. Nachführfehler wirken sich nicht so stark aus wie bei Teleskopaufnahmen. Der periodische Schneckenfehler spielt hier bei der Verwendung von mittleren bis langen Teleobjektiven keine Rolle.